Keine Posaunen vor Jericho

Wie schwer es mir beim Schreiben geht, Ruhe und Vernunft die Feder führen zu lassen. Jede Minuten kommen neue Bilder des Kriegsmassakers im Gaza über den Äther. Gemischt mit einem derb stolzen Fussballfest und immer wieder das „Unserer Jungs“ Gefasel von unsportlichen Weltmeisterfans.
Wir sind live zugeschaltet. Hocken vor der Glotze und können zwischen der Bombadierung von Zivilpersonen, gleich ob Palästinenser oder Israeliten und der Fussball WM in Brasilien zappen.
Dann gleich einen öffentlichen Kommentar dazu abgeben.
Was ich da zu lesen bekam.

„Es langt. Ich war zuvor Israelkritisch, aber jetzt wird es Zeit die nervigen Menschen im Gaza auszuräuchern. Es stört unsere spassig ausgerichtete Stimmung, wenn die Palästinenser aufmucken!

O Ton eines Schlandfans auf Facebook.

Völkermord zum anfassen nah
Die Kinder ,die getötet werden. Ein Volk zu zerstören ist hier Absicht. Die Unterwerfung der Stämme Ismaels war nie von Erfolg gekrönt. Und das Töten der erstgeborenen Söhne zieht sich durch die heiligen Schriften. Es ist eine Art heiliger Wahn. Dabei heißt es doch , „Du sollst Dir kein Bildnis machen“. Vor allem kein Weltliches . Die heiligen Mythen sind Gleichnisse und kein Aufruf zum Töten. Aber der Mensch mißbraucht alles, um seine unverarbeitete Wut und Aggression zu entladen. Ob Zuschauer oder Täter.

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Grafik von Palästina ab 1946. Die grüne Fläche zeigt das ehemals palästinesische Gebiet an. Ab 1948, als der Staat Israel über Nacht aus der Taufe gehoben wurde, ist Palästina zu einem Reservat geschrumpft. Hier leben nun die Palestinenser. Hier wird von den Israeliten direkt hineingebombt. Israel hat mächtige Verbündete und eine moderne Armee. Die Palästinenser haben so gut wie gar nichts mehr.


Die Opferung der Kinder.

Abraham will seinen Sohn auf dem Tempelberg von Jerusalem opfern.
Der Herr befiehlt Abraham, das Liebste das er ,hat zu opfen. Abraham nimmt seinen Sohn . Nicht sich selbst. So weit zur Liebe. So weit zur Opferbereitschaft . So weit zum verstehen der göttlichen Stimme.

In diesem Bruderkrieg, der seit der Vertreibung der Geliebten und Mutter des erstgeborenen Sohnes Ismael geht, sind Abweisung, Opferung von geliebten Menschen, Durchsetzungsschwäche und Eifersucht der rote Faden.
Ismael, der erstgeborene Sohn ist der Stammvater der Araber.Im Koran ist es Ismael, der geopfert wird.
Aus seiner Linie wird der Prophet Mohammed hervorgehen.
Abrahams zweiter Sohn ist Isaak. In der Bibel wird Isaak von Abraham als Opfer an den einen Gott gewählt. Isaak überlebt. Aus seiner Linie wird Jesus von Nazareth hervorgehen.

Hier will ich nicht zu viel an theologische Themen schreiben. Da fehlt mir jetzt der tiefere Inhalt. Ich möchte Bezüge zu den Kindern und Vätern aufzeigen. Von den Jungs ,die Ballspielen. Von den Jungs ,die ans Kreuz genagelt werden. Und von den ermordeten Kindern, die alle Märtyrer geworden sind. Diese blutigen Bande leben bis heute weiter. Gelöst wurde diese Dramatik nie. Das die Israeliten den Bruderzwist mit der Ausrottung des Stammes Ismael lösen wollen, wird nicht funktionieren. Die Bande des Gruppenschicksals, der karmischen Verflechtung kann niemand weg bomben.
Der Frieden kommt mit der Versöhnung. Mit Gerechtigkeit. Und brüderlicher Liebe.Ich möchte noch betonen, daß dieser kriegerische Konflikt nicht von allen Menschen dort ausgeht.
Die Mehrheit will das gemeinsame Leben. Ein angstloses Leben in guter nachbarschaftlicher Verbindung. Da, wo die Söhne und Töchter zusammen spielen und eine neue Welt des Friedens und Verständnisses aufbauen.
Mein Tip zur Unterstützung dieser Menschen
Beten und Singen. Das ist die beste Notfallapothke bei solchen schnell auflammenden Krisenherden. Durch fokussierte Meditation ist viel zu bewirken. Und das sollte ein Schild um die Hass und Verachtungsreden der blinden Egozentriker aufbauen. Der Mensch kann viel Kraft aussenden. Machen Wir uns das entgültig bewußt. Wir kreieren uns unsere Wirklichkeit.

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Das Bild wurde gestern von einem jungen Palästinenser an die Friedensbewegung Israel geschickt.

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